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Anis regt die Drüsen des Magen-Darm-Traktes an. Anistee wird daher ? oft auch mit Fenchel und Kümmel gemischt ? bei Verdauungsbeschwerden, Blähungen, Koliken und Krämpfen eingesetzt. Für Anistee überbrüht man 1 Teelöffel Anis mit 1 Tasse kochendem Wasser und lässt die Mischung 10 Minuten ziehen. Da die ätherischen Öle teilweise über die Lungen wieder ausgeschieden werden, findet Anis auch in vielen Hustentees Verwendung.

Da die ätherischen Öle in Exkretgängen (?Ölstriemen?) lagern,<ref name="Rahfield" /> können die Früchte vor Gebrauch angestoßen werden, um die Wirkstofffreisetzung zu beschleunigen. Allerdings sinkt dadurch die Haltbarkeit, da das ätherische Öl flüchtig ist.

Anis im Aberglauben und Brauchtum

Der Aniskringel ist eine sehr alte Opferspeise, die in Norddeutschland bei Gildegelagen, Erntefesten, beim Ringreiten und Frühlingsfesten ins süße Bier ? oder noch früher in Met ? eingebrockt wurde. Auch an ihrem Hochzeitstag teilte die Braut dieses Gebäck an bevorzugte Gäste aus. Wenn sie aus der Kirche kam, setzte sie sich vor ?dat Hörnschapp? (Eckschrank). Jede Frau, die ihr ein Geschenk machte, bekam dafür aus einer zinnernen Schale einen Löffel voll süßem Bier mit eingebrockten Kringeln.

Anis galt in vielen ländlichen Gebieten als Aphrodisiakum. Im Herbst, wenn man sich nach der Feldarbeit wieder häuslichen Pflichten zuwandte, bereiteten die Frauen und Mädchen ihren Männern anishaltige Getränke. Am 30. November (Andreastag) sollte er besonders zauberkräftig sein. In Böhmen hieß dieser Tag ''Anischtag''.

Gemäß dem auch mit Anisöl, um Tauben an den neuen Schlag zu gewöhnen.

Anis galt als Schutz vor ''schlechten Träumen'' und ''bösen Blicken''.
Im ''Universal Herbal von 1820'' ist zu lesen: ''Anis hilft vor allem bei Bauchgrimmen, für das Kinder besonders anfällig sind''.

Siehe auch

Quellen

Literatur

  • Pu Fading, Mark F. Watson: ''Pimpinella.'' In
  • Avril Rodway: ''Kräuter und Gewürze. Die nützlichsten Pflanzen der Natur ? Kultur und Verwendung.'' Tessloff, Hamburg 1980, ISBN 3-7886-9910-8.
  • Franz-Christian Czygan: ''Anis (Anis fructus DAB 10) ? Pimpinella anisum L.'' Zeitschrift für Phytotherapie 13, 1992, Nr. 3, S. 101?106.

Einzelnachweise

<references>
<ref name="Urania 2000">Jürgen Schultze-Motel: ''Apiales.'' In: Franz Fukarek (Hrsg.): ''Urania Pflanzenreich.'' Band 3: ''Blütenpflanzen 1,'' Urania, Berlin 2000, ISBN 3-332-01169-3, S. 299.</ref>
<ref name="FOC">Pu Fading, Mark F. Watson: ''Pimpinella.'' In </ref>
<ref name="Wichtl">Max Wichtl: ''Teedrogen und Phytopharmaka: ein Handbuch für die Praxis auf wissenschaftlicher Grundlage'' (unter Mitarbeit von Franz-Christian Czygan u.?a.). 4. Auflage. Wissenschaftliche Verlags-Gesellschaft Stuttgart 2002, ISBN 3-8047-1854-X, S.?42.</ref>
<ref name="Rahfield">B. Rahfeld: ''Mikroskopischer Farbatlas pflanzlicher Drogen.'' Spektrum Akademischer Verlag Heidelberg 2009, ISBN 978-3-8274-1951-4, S. 168.</ref>
<ref name="Oberdorfer2001"></ref>
<ref name="Euro+Med">Ralf Hand, 2011: ''Apiaceae.'' Datenblatt ''Pimpinella anisum'' In: ''Euro+Med Plantbase - the information resource for Euro-Mediterranean plant diversity.'' Berlin 2011.</ref>
</references>

Weblinks